Liebe Leute,

Das ich von den meisten von euch im Moment leider durch eine ganze Menge Erde und einige Milliarden Liter Salzwasser getrennt bin, dachte ich es wäre vielleicht eine gute Idee ein paar Tipps zur Kommunikation nieder zu schreiben.

Mail

An sich sind E-Mails die einfachste Methode mit mir Kontakt aufzunehmen. Sie sind kostenlos und funktionieren auch dann, wenn ich mal ein paar Tage kein Internet habe. Allerdings denke ich in privaten Mails äußerst ungern darüber nach, was mir in 10 Jahren in der Öffentlichkeit vielleicht mal peinlich sein könnte und leider ist das in Zeiten allumfassender Internet-Überwachung nicht mehr ganz unverfänglich. Einfache unverschlüsselte Mails sind bezüglich der Privatsphäre eher mit Postkarten als mit Briefen zu vergleichen. Das heißt sie können nicht nur von diversen Regierungen sondern auch von den jeweiligen Unternehmen wie Google, GMX, etc. trivial aufgezeichnet und mitgelesen werden. Weil niemand von uns weiß was mit diesen Daten in den kommenden Jahrzehnten unseres Lebens so alles passieren wird und ich das Postgeheimnis für eine der zentralsten bürgerlichen Freiheiten halte, bitte ich euch mir vorwiegend verschlüsselte Mails zu schreiben.

Das ganze funktioniert am besten mit GNU Privacy Guard, einer freien Verschlüsselungs-Software. Die erste Installation ist zugegeben für ungeübte etwas mühsam, aber danach beschränkt es sich hauptsächlich auf die Eingabe eines Passworts.

Ich würde allgemein empfehlen ein E-Mail-Programm wie Mozilla Thunderbird zu verwenden, dafür gibt es ein Plugin namens EnigMail das die Verschlüsselung sehr angenehm macht. Eine gute, englischsprachige Anleitung dafür findet ihr auf securityinabox.org.

Falls ihr eure E-Mails lieber im Browser lest, könnt ihr sie je nach Plattform mit einem Programm namens gpg4usb verschlüsseln für das es ebenfalls eine Anleitung auf securityinabox.org gibt. Falls ihr Mac OS X und das mitgelieferte “Mail”-Programm verwendet würde ich gpgtools empfehlen.

Um mit jemanden per GPG-Verschlüsselung zu kommunizieren braucht ihr immer den öffentlichen Schlüssel der anderen Person, meinen findet ihr hier. Um ganz sicher zu gehen solltet ihr ihr euch den folgenden Fingerabdruck meines Schlüssels von mir z.B. telefonisch bestätigen lassen:

0070 7A88 8A36 40C6 2B83  8AE2 33D3 2AD2 97FA 3853

Also verschlüsseln und dann an phaer@phaer.org schicken!

Chat

Wenn ihr mit mir plaudern wollt, so tue ich das am liebsten über Jabber/XMPP mit Off-The-Record als Verschlüsselungsmethode. Jabber funktioniert, im Gegensatz zu beliebten Alternativen wie dem Facebook-Chat oder WhatsApp, wie E-Mail dezentral. Das heißt ihr könnt euch einen Anbieter aussuchen und seid deutlich weniger davon abhängig ob WhatsApp online bleibt oder Facebook mal wieder die Geschäftsbedingungen ändert.

Ich würde z.B. einen Account auf jabber.ccc.de, dem öffentlichen Jabber-Server des Chaos Computer Club und unter Linux sowie Windows das Chat-Programm pidgin empfehlen für das ihr ebenfalls eine Anleitung auf securityinabox.org findet. Unter Mac OS X empfehle ich Adium als Chat-Programm. Mich erreicht ihr z.B. unter

phaer@jabber.org

Internet-Telefonie

Ich frage alle paar Tage SMS und versäumte Anrufe auf meiner österreichischen Nummer ab und habe eine eine griechische Telefonnummer, die ich zwar nicht im Internet posten möchte aber auf Anfrage gerne hergebe. Da das aber mitunter teuer wird und ich auch nicht so ganz darauf vertraue, dass da wirklich “nur” Verbindungsdaten gespeichert werden, bevorzuge ich auch hier die Online-Variante. Skype hat sich leider durchgesetzt, da die allerdings unverschlüsselte Daten weitergeben und wir auch hier wieder von einseitig durchgesetzten Geschäftsbedingungen abhängig sind bevorzuge ich den offenen SIP-Standard mit ZRTP-Verschlüsslung. Glücklicherweise arbeiten die Menschen vom Guardian Project daran diese sehr komplexe Materie zugänglicher zu machen und oft reicht es schon einen Account auf ostel.co anzulegen, Jitsi oder SFLPhone runterzuladen und loszulegen. Aufgrund von technischen Schwierigkeiten aber leider nicht immer, falls ihr damit Probleme habt meldet euch bei mir; ich helfe da wirklich gerne. Mich erreicht ihr prinzipiell unter

phaer@ostel.co

wo ich aber nicht immer online bin, also vielleicht machts Sinn wenn wir uns vorher einen Termin ausmachen. Würde mich freuen!

Post

Ein klassischer alter Brief geht natürlich auch. Leider ist die griechische Post deutlich teurer als die österreichische und Photos müsste ich erst ausdrucken lassen, weshalb ich die digitalen Kommunikationsformen ansich bevorzuge. Aber falls die oben genannten Methoden zu aufwendig sind, lasse ich euch gerne meine Postadresse zukommen sobald ich eine habe.

Fragen & Hilfe

Wenn Du bis hierher gelesen hast scheinst Du ja ganz schön motiviert zu sein! Leider bin ich mir bewusst, dass die genannten Techniken für die meisten von euch ziemlich kompliziert sind. Wenn ihr Unterstützung braucht zögert nicht mir - auch unverschlüsselte - E-Mails zu schreiben oder mich sonstwie zu kontaktieren. Ansonsten gibt es seit den Enthüllungen der geheimdienstlichen Internet-Überwachung in vielen Städten Crypto Partys bei denen motivierte Leute kostenlose und niedrigschwellige Beratung zu diesen Themen bieten und zur Not kann ich manchen von euch wohl auch Einzelunterricht von mir oder befreundeten Nerds verschaffen.

Danke, das wars! Bis bald. :)

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